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Palacio Quemado, der Regierungspalast in La Paz, Bolivien

Bolivien steckt weiter mitten in einer angespannten politischen und wirtschaftlichen Phase: Präsident Rodrigo Paz kündigt eine Kabinettsumbildung an, während im Gesundheitssektor ein unbefristeter Streik wegen ausstehender Gehälter begonnen hat. Dazu kommen schwierige Wirtschaftsdaten und ein neuer Kältevorstoß, der weite Teile des Landes erfasst.

Regierung kündigt Kabinettsumbildung an

Rodrigo Paz hat nach rund 20 Tagen andauernder Proteste angekündigt, sein Kabinett umzubauen. Er sprach von einem Bedarf an Ministern, die „agiler“ seien und stärker zuhören sollten. Der Präsident traf sich zuvor mit Vertretern verschiedener sozialer Organisationen, die an der Regierungsarbeit stärker beteiligt werden wollen. Die Proteste hatten zuvor wochenlang Straßenblockaden mit sich gebracht, die den Präsidenten zeitweise unter erheblichen Druck setzten. Nach Verhängung eines Ausnahmezustands melden die Behörden inzwischen keine aktiven Blockaden mehr im Land.

Gesundheitspersonal im unbefristeten Streik

Beschäftigte des öffentlichen Gesundheitswesens sind in einen unbefristeten Streik getreten, weil ausstehende Gehälter nicht ausgezahlt wurden. Betroffen sind vor allem geplante Behandlungen und reguläre Sprechstunden, während Notfälle weiter versorgt werden. Nur in La Paz läuft der reguläre Betrieb bislang normal weiter. Der Gewerkschaftsverband der medizinischen Fachkräfte im öffentlichen Dienst kündigte an, die Maßnahme so lange fortzusetzen, bis das Gesundheitsministerium die offenen Zahlungen vollständig beglichen hat. Das Ministerium erklärte, die Rückstände seien auf interne Abrechnungsprobleme zurückzuführen, und sagte eine zeitnahe Auszahlung zu.

Wirtschaft zwischen Rezessionssorgen und doppeltem Wechselkurs

Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt. Die Weltbank rechnet für Bolivien 2026 mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung von 1,1 Prozent, während die UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika (CEPAL) ein minimales Wachstum von 0,5 Prozent erwartet. Die Regierung will das Haushaltsdefizit in diesem Jahr auf 7 Prozent senken, rechnet zugleich aber mit einer Inflation von bis zu 17 Prozent. Seit Dezember 2025 bestehen zwei parallele Wechselkurse: der offizielle, fixe Kurs der Zentralbank und ein Referenzwert, der sich näher am realen Marktpreis bewegt. Anfang Juli lag der offizielle Kurs bei knapp 9,96 Bolivianos je US-Dollar.

Kältefront bringt Frost im Hochland, Regen im Osten

Der Wetterdienst Senamhi meldet einen neuen Kältevorstoß, der zunächst den bolivianischen Chaco erreicht hat und sich weiter Richtung Santa Cruz, Chiquitania und Beni ausbreitet. Im Altiplano rund um La Paz bleibt es weiterhin frostig, in den frühen Morgenstunden werden Minimaltemperaturen von bis zu minus 16 Grad erwartet. In den Yungas wird zugleich mit Regen und Niederschlagsmengen von 10 bis 20 Millimetern gerechnet. Santa Cruz erlebt nach Angaben lokaler Medien eine Woche mit wechselhaften Temperaturen zwischen zwei Kältefronten.

Quellen

Infobae – Trabajadores de salud de Bolivia entran en huelga
Prensa Mercosur – Rodrigo Paz anuncia reorganización de gabinete
Al Jazeera – Bolivian authorities say no active blockades
La Voz de Tarija – Precio del dólar hoy en Bolivia
Éxito Noticias – Senamhi: nuevo frente frío
El Deber · Los Tiempos · La Razón · ANF – Agencia de Noticias Fides

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