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Stadtansicht von La Paz, Bolivien

Bolivien steht weiterhin im Zeichen der wirtschaftlichen Stabilisierung unter der Regierung von Präsident Rodrigo Paz, während gleichzeitig eine Kältewelle große Teile des Landes im Griff hält. Die Sicherheitskräfte melden erneut Erfolge im Kampf gegen den Drogenhandel, und ein neues Dekret soll die Einfuhr von Elektrofahrzeugen erleichtern. Ein Überblick über die wichtigsten Entwicklungen der vergangenen Tage.

Länderrisiko sinkt weiter

Wirtschaftsminister José Gabriel Espinoza gab bekannt, dass sich das Länderrisiko Boliviens der Marke von 400 Basispunkten nähert. Noch Ende Mai hatte der Wert wegen sozialer Unruhen und Straßenblockaden über 600 Punkte gelegen, was Bolivien damals zum zweitriskantesten Land der Region machte. Die Regierung wertet die Erholung als Zeichen wachsenden Vertrauens internationaler Märkte und bereitet zudem Finanzierungsabkommen mit internationalen Organisationen vor, die dem Land in den kommenden Wochen zwischen drei und fünf Milliarden US-Dollar an frischen Krediten bringen sollen.

Regierung Paz sucht weiter nach einer Mehrheit

Mehr als sechs Monate nach Amtsantritt ist es Präsident Paz noch nicht gelungen, im Parlament eine verlässliche Mehrheit zu organisieren. Verhandlungen mit der Plurinationalen Legislativversammlung stocken, weshalb die Regierung zunehmend auf Dekrete statt auf Gesetze setzt. Auch die Fraktion von Unidad, die formal zum Regierungslager zählt, hat sich in den vergangenen Wochen zunehmend von der Exekutive distanziert. Erst im Juni hatte die Versammlung Paz mehrheitlich einen Ausnahmezustand samt Einsatz der Streitkräfte gebilligt, um nach fast 50 Tagen Blockaden wichtige Straßenverbindungen wieder freizugeben.

Erfolge im Kampf gegen den Drogenhandel

Das Innenministerium meldet für die erste Juliwoche fünf erfolgreiche Antidrogeneinsätze der Spezialeinheit FELCN mit einem geschätzten wirtschaftlichen Schaden von 1,7 Millionen US-Dollar für den Drogenhandel. Beschlagnahmt wurden mehr als 614 Kilogramm Kokain und 75 Kilogramm Marihuana sowie Waffen, Fahrzeuge, Immobilien und ein Kleinflugzeug. Größere Einsätze fanden unter anderem in Villa Tunari, Tarata und Montero (Santa Cruz) statt, bei denen mehrere Verdächtige festgenommen wurden.

Neues Dekret für Elektro- und Hybridfahrzeuge

Präsident Paz unterzeichnete das Dekret 5653, das bis Ende Dezember 2026 neue Steuersätze für die Einfuhr von Elektro- und Hybridfahrzeugen festlegt. Ziel ist es, den Zugang zu umweltfreundlicheren Fahrzeugen zu erleichtern und den Übergang zu nachhaltigerer Mobilität zu fördern. Die Regelung legt gestaffelte Sätze der spezifischen Verbrauchssteuer (ICE) für Pkw, Motorräder, Pick-ups und Lkw fest.

Kältewelle hält das Land im Griff

Der nationale Wetterdienst Senamhi meldet für diese Woche gleich zwei Kaltfronten, die vor allem Santa Cruz, Beni, Pando und die Tropenregion von Cochabamba mit Temperaturstürzen von bis zu 12 Grad treffen. Auf dem Altiplano, in Oruro, Potosí und El Alto wurden erneut Temperaturen unter dem Gefrierpunkt gemessen, in Sucre und Tarija lagen die Frühtemperaturen bei 1 bis 3 Grad. Wegen der Kälte hatten die Bildungsbehörden die Winterferien bereits auf den 6. Juli vorgezogen.

Quellen

La Patria |
El Diario |
CSIS |
Infobae |
Opinión Bolivia |
El Día |
Los Tiempos |
El Deber |
La Razón

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