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Bolivien steht Anfang Juli im Zeichen gleich mehrerer großer Themen: Die Regierung von Präsident Rodrigo Paz kündigt eine baldige Inhaftierung von Ex-Präsident Evo Morales an, das Finanzsystem bereitet die Rückgabe eingefrorener Dollar-Ersparnisse vor, und im Land halten die Engpässe bei Diesel und Benzin an. Gleichzeitig meldet die Regierung positive Signale bei der Länderrisiko-Bewertung. Ein Überblick über die wichtigsten Entwicklungen des Tages.
Regierung kündigt Inhaftierung von Evo Morales an
Die Auseinandersetzung um Ex-Präsident Evo Morales bleibt zentrales Thema der Regierungsagenda. Bauminister Mauricio Zamora erklärte, Morales solle noch vor Ende der laufenden Amtszeit inhaftiert werden, um sich vor Gericht mehreren gegen ihn laufenden Verfahren zu stellen. Die Ankündigung reiht sich in eine Serie juristischer und politischer Auseinandersetzungen zwischen der Regierung Paz und dem einstigen MAS-Anführer ein, die das politische Klima im Land weiter belasten.
Rückgabe von Dollar-Ersparnissen startet am 15. Juli
Das Wirtschaftsministerium bestätigte, dass das Finanzsystem ab dem 15. Juli mit der stufenweisen Rückgabe eingefrorener Dollar-Einlagen beginnt. In der ersten Etappe erhalten Sparer mit Guthaben zwischen 1.001 und 3.000 US-Dollar ihr Geld zurück, weitere Etappen folgen monatlich bis in den Sommer 2027 hinein. Die Zentralbank hat zugesagt, dem Bankensystem die nötigen Dollar-Bestände bereitzustellen; insgesamt sollen rund 933 Millionen Dollar an private Sparer zurückfließen.
Treibstoffkrise hält an
Trotz des Endes wochenlanger Straßenblockaden bleibt die Versorgung mit Diesel, Benzin und teils auch Flüssiggas angespannt. In Städten wie Santa Cruz und Cochabamba bilden sich weiterhin lange Schlangen an den Tankstellen, große Teile der Lkw-Flotte stehen an den Zapfsäulen fest. Die Regierung macht dafür unter anderem die früheren Blockaden, Probleme am Grenzübergang zu Chile und strengere Qualitätskontrollen bei importiertem Kraftstoff verantwortlich und hat per Dekret einen privaten Kraftstoffmarkt zugelassen, um die Versorgung zu verbessern.
Länderrisiko nähert sich 400 Punkten
Wirtschaftsminister José Gabriel Espinoza wertete den Rückgang des bolivianischen Länderrisikos auf rund 400 Basispunkte als Vertrauenssignal internationaler Märkte. Nach Zahlungen an private Anleihegläubiger und der Vorlage des Finanzprogramms der Woche war der Indikator zuletzt auf 404 Punkte gefallen – ein deutlicher Rückgang gegenüber den über 600 Punkten, die Bolivien im Mai infolge sozialer Unruhen noch verzeichnete.
Vizepräsident startet Kampagne gegen Gewalt an Kindern
Vizepräsident Edmand Lara kündigte eine landesweite Kampagne gegen Gewalt an Minderjährigen an. Anlass war der Fall eines Mädchens, das durch seine Stiefmutter misshandelt wurde und für landesweite Empörung sorgte. Lara stellte in Aussicht, den Kinderschutz stärker in den Fokus staatlicher Maßnahmen zu rücken.
Quellen
Prensa Latina
Los Tiempos
La Razón
ABI – Agencia Boliviana de Información
El Deber
eju.tv
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