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Blick auf die Skyline von La Paz, Bolivien, mit Anden im Hintergrund

Bolivien kämpft heute an mehreren Fronten zugleich: Waldbrände setzen drei Departements zu, während eine Sturmwarnung für La Paz gilt. Auf wirtschaftlicher Seite rückt die Vereinheitlichung des Wechselkurses in den Fokus, begleitet von düsteren Konjunkturprognosen internationaler Institutionen. Politisch geht es um die Umsetzung des Abkommens zwischen Regierung und Gewerkschaftsdachverband COB sowie um den reformulierten Staatshaushalt.

Waldbrände bedrohen Tarija, Santa Cruz und Cochabamba

In drei Departements kämpfen Feuerwehrbrigaden gegen Waldbrände, die durch starke Winde aus dem Norden mit Geschwindigkeiten von 90 bis 120 km/h zusätzlich angefacht werden. Die Gemeinde San Lorenzo in Tarija hat den Notstand ausgerufen, nachdem die Flammen die technischen und finanziellen Kapazitäten der lokalen Behörden überstiegen haben. Verteidigungsminister Ernesto Justiniano überflog das betroffene Gebiet in den Bergen von Quirusillas, um sich ein Bild vom Ausmaß zu machen. In Santa Cruz meldete die Gouvernementsverwaltung fünf aktive Brandherde, darunter einen bei Otuquis, der von brasilianischem Gebiet übergriff und dort bereits rund 2.500 Hektar erfasst hat. In Cochabamba brannte es im Nationalpark Tunari nahe Quillacollo. Die Regierung kündigte verstärkte Satellitenüberwachung durch die Bolivianische Weltraumagentur an.

Sturmwarnung für La Paz

Die Stadtverwaltung von La Paz warnt vor anhaltend starken Winden vom 20. bis 25. Juli. Die Böen hängen mit demselben Wettersystem zusammen, das die Brände in den Tieflandregionen anfacht, und erhöhen zusätzlich das Risiko für Flugverspätungen und Schäden an Infrastruktur in der Hauptstadtregion.

Wirtschaft: Wechselkurs-Vereinheitlichung und Rezessionssorgen

Seit Ende Juni gilt in Bolivien ein einheitlicher Wechselkursmechanismus, der den jahrzehntelang fixierten Kurs von 6,96 Boliviano je Dollar abgelöst hat. Die Zentralbank veröffentlicht nun täglich einen Referenzwert, der zuletzt bei rund 9,21 Boliviano im An- und 9,40 im Verkauf lag; die Lücke zum Parallelmarkt ist auf etwa 0,1 Prozent geschrumpft. Gleichzeitig zeichnen internationale Institutionen ein durchwachsenes Bild: Die Weltbank rechnet für 2026 mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 1,1 Prozent, während die UN-Wirtschaftskommission CEPAL ein leichtes Plus von 0,5 Prozent erwartet.

Politik: COB-Abkommen und Haushalt im Senat

Regierung und der Gewerkschaftsdachverband Central Obrera Boliviana (COB) wollen diese Woche mit der konkreten Umsetzung der im Juni geschlossenen Vereinbarung beginnen, die dem wochenlangen Streik- und Blockadewellen ein Ende gesetzt hatte. Vorgesehen sind unter anderem ein Verzicht auf strafrechtliche Verfolgung von Gewerkschaftsführern sowie eine gemischte Kommission zur Untersuchung des sogenannten „Narco-Madera“-Falls. Parallel dazu liegt der reformulierte Staatshaushalt 2026, der ein Gesamtvolumen von rund 391,8 Milliarden Boliviano vorsieht und das Fiskaldefizit um mehr als 20 Milliarden Boliviano senken soll, nach der Verabschiedung in der Abgeordnetenkammer nun zur Beratung im Senat.

Quellen

Opinión Bolivia
El Deber
ANF – Agencia de Noticias Fides
EL DÍA
ABI – Agencia Boliviana de Información
Infobae
Red Uno de Bolivia

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