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Skyline von La Paz, Bolivien

Bolivien kämpft nach wochenlangen Straßenblockaden weiter mit den wirtschaftlichen Folgen, während der Dollarkurs unvermindert steigt. Gleichzeitig sorgen ein aufgedecktes Menschenhandelsnetzwerk nach Russland und die Aufklärung des sogenannten „Narcomadera“-Falls für Schlagzeilen. Im Agrarsektor wächst derweil der Druck, endlich Rechtssicherheit für Investitionen zu schaffen.

Wirtschaft: Dollarkurs steigt weiter

Der offizielle Wechselkurs des US-Dollars liegt laut Zentralbank (BCB) für das Wochenende vom 18. bis 20. Juli bei 10,85 Bolivianos – Ende Juni waren es noch 9,73. Seit die BCB am 29. Juni ein neues Kurssystem eingeführt hat, ist der Dollar binnen weniger Wochen um fast einen Boliviano teurer geworden. Wirtschaftsverbände wie die Handelskammer Cainco raten Unternehmen und Privatpersonen, ihre Investitionen angesichts der neuen Kursdynamik abzusichern.

Sicherheit: Menschenhandelsnetzwerk nach Russland aufgedeckt

Staatsanwaltschaft und Polizei (Felcc) haben ein Netzwerk aufgedeckt, das Bolivianer mit falschen Jobangeboten als Wachpersonal, Arbeiter oder Köche nach Russland lockte. Mindestens 16 Betroffene reisten über Kolumbien, Mexiko und die Türkei aus – bei der Ankunft wurden ihnen die Pässe abgenommen, und sie sollen zu militärischer Ausbildung gezwungen worden sein. Bei Razzien fanden Ermittler rund 50 Pässe; drei mutmaßliche Mittelsmänner wurden festgenommen, der Hauptverdächtige ist weiterhin flüchtig.

Justiz und Wirtschaft: „Narcomadera“-Fall aufgeklärt

Der Verdacht, dass mehr als 100 Tonnen bolivianisches Exportholz mit Drogen präpariert waren, hat sich nach Labortests in Chile und Brasilien als falscher Alarm erwiesen. Präsident Rodrigo Paz sprach von schwerem wirtschaftlichem Schaden für die Forstwirtschaft und kündigte an, über das Außenministerium Entschädigung von Chile zu fordern. Die seit Juni an der Grenze festgehaltenen Container wurden inzwischen freigegeben.

Politik und Wirtschaft: Wiederaufbau nach den Blockaden

Nach mehr als 50 Tagen Straßenblockaden in Cochabamba, die dem Departamento umgerechnet über 3,7 Milliarden Bolivianos Verluste einbrachten, hat die Stadtverwaltung das Programm „Cocha se reactiva“ gestartet – mit Steueranreizen, Krediten und Unterstützung für Unternehmer. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OEA) hatte die Regierung zuvor aufgerufen, die institutionelle Ordnung zu wahren, und eine hochrangige Begleitmission angekündigt.

Landwirtschaft: Agrarsektor fordert Rechtssicherheit

Der Sojaverband Anapo legte ein Fünf-Punkte-Programm zur wirtschaftlichen Erholung vor und fordert unter anderem freien Export ohne Quoten sowie verlässlichen Schutz vor Landbesetzungen. Laut Ostkammer für Landwirtschaft (CAO) kosteten die Blockaden den Agrarsektor rund 3 Milliarden US-Dollar; der Ölsaatenkomplex hatte 2025 mit 1,145 Milliarden Dollar Exporterlös bereits die Erdgasexporte überholt.

Quellen

Banco Central de Bolivia (BCB) ·
La Razón ·
Infobae ·
El Deber ·
Los Tiempos ·
Opinión ·
Los Tiempos (Cochabamba) ·
Cancillería de Bolivia ·
Urgente.bo

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